Jaroslav Rudiš
Wo die Toten sprechen
Drei Freunde – zwei Männer, eine Frau, alle irgendwo zwischen Lebensmitte und Lebensmüdigkeit – machen sich auf die Reise durch das Herz Mitteleuropas. Im Kofferraum: die Knochen eines NS-Verbrechers, die sie einem Berliner Friedhof entwendet haben, um den plündernden Neonazis zuvorzukommen. Was als absurde Mission beginnt, wird zum Roadtrip über Friedhöfe und in die Vergangenheit. Während einer der Männer versucht, auf der Rückbank einen Essay über Mitteleuropa zu schreiben und dabei immer wieder an der Aufgabe und sich selbst scheitert, werden die Stimmen der Toten mit jedem Tag lauter. In Böhmen, am Grab des Großonkels einer der Freunde, der noch als Kind tragisch ums Leben kam und seitdem durch die Familiengeschichte geistert, sind sie schließlich deutlich zu vernehmen: Sie erzählen von Liebe, Verlust und der Frage, was Erinnerung eigentlich bedeutet.
Jaroslav Rudiš ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramatiker und wurde 1972 in der Tschechoslowakei geboren. Sein Roman „Winterbergs letzte Reise“, erstmals auf Deutsch geschrieben, wurde 2019 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. 2023 erschien im Luchterhand Literaturverlag die Geschichte „Weihnachten in Prag“.
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Beginn: 19:30 Uhr | Einlass: 18:30 Uhr
Restaurant „Vorderhaus im Tivoli“
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